Arthur Kampf
Biographie

Der Bruder des Malers Eugen Kampf und Vater des Malers Herbert Kampf studierte nach einer ersten künstlerischen. Ausbildung durch den Kölner Maler B.N. Salm 1879-1891 an der Düsseldorfer Kunstakademie bei A. Müller, E.v. Gebhardt, C.E. Forberg, J.A. Roeting sowie P. Janssen, dessen Meisterschüler er ab 1883 war.

Während dieser Zeit entstand 1886, beeinflusst von sozialkritischen Gemälden des belgischen Malers J. Bastien-Lepage, das in zeitgenössischen Publikationen kontrovers diskutierte Werk Die letzte Aussage, welches Arthur Kampf auf Grund der Größe, Farbwahl und einer überaus dramatischen Szenerie schnell bekannt werden ließ (Ehrenvolle Erwähnung Berlin Jubiläums-Ausstellung 1886; Kleine Goldene Medaille Münchener Jahres-Ausstellung 1890). Daneben setzte sich Kampf während seiner Studienzeit intensiv mit der Druckgraphik auseinander und galt zusammen mit seinem Bruder Eugen sowie befreundeten Künstlern, wie A. Frenz und O. Jernberg, als Erneuerer der Lithographie in Düsseldorf.

Nach seiner Ausbildung wurde er 1891-1893 Hilfslehrer an der Kunstakademie Düsseldorf und übernahm als Professor ab 1894, zunächst zusammen mit P. Janssen die Antiken- und Naturklasse, ab 1897 die Malklasse. Seit 1887 legte Kampf mit der malerischen Gestaltung historischer Themen, die zumeist Ereignisse der Freiheitskriege wiedergaben, die Grundlage für seinen späteren Ruf als einer der letzten deutschen Historienmaler von Format. Die von ihm gestalteten und zunächst stark unter dem stilistischen Einfluss seiner Lehrer P. Janssen und E. v. Gebhardt stehenden Themen wie Der Choral von Leuthen (1887, zerstört), Einsegnung von Freiwilligen (1891, Karlsruhe KH), Professor Steffens redet 1813 zu Gunsten der Volkserhebung (1891, verschollen), Volksopfer 1813 (1894, Leipzig Museum der Bildenden Künste) sowie Mit Mann und Roß und Wagen hat der Herr sie geschlagen (1896, verschollen) illustrierten deutsche Schulbücher, wurden in großen Auflagen als Postkarten bzw. Wanddrucke vertrieben und während beider Weltkriege zu propagandistischen Zwecken eingesetzt.

Bis 1898 führten Kampf mehrere Studienreisen nach Belgien, Frankreich, Holland, Italien und Spanien, wobei die dort kopierten Werke von Velaszquez nach eigenem Bekunden einen prägenden Einfluss ausübten. Nach der 1899 erfolgten Übernahme eines bis 1932 unter seiner Leitung stehenden Meisterateliers für Geschichtsmalerei an der Kunstakademie in Berlin, fungierte er dort 1907-1910 sowie 1910-1912 als deren Präsident. Als Nachfolger A. v. Werners wurde Kampf 1915 Leiter der Hochschule für die bildenden Künste in Berlin und trat 1924 vor der Auflösung dieser Institution von seinem Amt zurück.

Nach 1933 auf Grund seiner Themen zur deutschen Geschichte und der stilistischen Kontinuität, nur vereinzelt durch Elemente des Jugendstils (Graphik) und des Impressionismus (Schulreiterin, 1907) unterbrochen, gefeiert, wurde ihm neben dem Adlerschild des Deutschen Reiches die Einordnung auf der sog. "Liste der Unsterblichen" (1939) zuteil, womit ihm keinerlei Behinderung der künstlerischen Arbeit während des II. WK garantiert wurde.

Kampf, der sich während seiner gesamten Schaffenszeit in erster Linie auf die Themen Historie und Genre festlegte, thematisierte darüber hinaus in seinem äußerst umfangreichen malerischen, zeichnerischen und graphischen Oeuvre nahezu alle weiteren künstlerischen Gattungen wie Allegorie, Landschaft, Industrie, Jagd etc., wobei das Kinderportrait eine qualitativ überragende Rolle einnimmt. Daneben versuchte er sich an plastischen Werken (Fichte-Büste, 1919, Jena, Universität), jedoch nahm diese künstlerische Tätigkeit keinen breiteren Raum ein. Im Gegensatz dazu arbeitete Kampf seit 1913 kontinuierlich als Illustrator von Geschichtswerken und literarische Klassikern etc., wie R.Herzog, Preußens Geschichte (1913) und J.W.Goethe, Faust (1925).

Neben seiner Mitgliedschaft im "Verband der rheinisch-westfälischen Künstler" (Ehrenmitglied), in der "Gesellschaft deutscher Aquarellisten" und im "Verband deutscher Illustratoren" war er in Berlin Mitglied im Verein Berliner Künstler (1900-1930). In Düsseldorf gehörte Kampf dem Künstler Verein Malkasten (1887-1898, Ehrenmitglied seit 1947), dem "Künstlerklub St.Lucas" (1892-1903), dem Verein Düsseldorfer Künstler sowie der "Freien Vereinigung Düsseldorfer Künstler".

Andreas Schroyen

Auszug aus Lexikon der Düsseldorfer Malerschule, München 1998, Band 2,
S. 212-216
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